Samstag, 17. Juni 2017

Juni 17, 2017 0

Ein Jahr

Ihr Lieben - über zwei Monate sind seit dem letzten Blogpost vergangen. Die Zeit rast dahin, eine Woche jagt die nächste. Ich hätte so viele Ideen für Artikel, ich würde gerne so vieles festhalten und zeigen, aber die Zeit gab es einfach nicht her.
Uns geht es gut. Ich danke euch für eure Emails und Nachrichten. Wir erleben gerade eine intensive Zeit, aber wir sind alle gesund und munter.
Eine Weile habe ich überlegt den nachfolgenden Text zu veröffentlichen, aber ich glaube mein kleines einjähriges Geburtstagskind hätte auch in ein paar Jahren nichts dagegen, dass ich den Brief öffentlich zeige.
Ich glaube die nächsten Zeilen erklären viel, zeigen viel von mir und dem was mich in den letzten Monaten beschäftigte:

Mein kleiner Mann,

Es ist fast unglaublich, das wir schon ein ganzes Jahr mit dir verbringen durften.
Ich kann es gar nicht richtig beschreiben - irgendwie fühlt es sich an, als würdest du schon immer bei uns sein. Andererseits soll kann ich nicht fassen, das ich vor einem Jahr mit dir im Arm im Krankenhausbett saß und dich einfach nur ansah.
Was für ein wunderbares Gefühl - irgendwie bleibt die Zeit nach der Geburt stehen.
Wie winzig du warst..wie wunderbar du gerochen hast… wie gerne wäre ich direkt nach Hause und hätte mich mit dir in unser Bett gekuschelt. Aber du warst ja so schwer bei der Geburt, mir wurde geraten lieber eine Nacht zu bleiben, was ich dann ja auch getan habe.

Ein ganzes Jahr mit dir liegt hinter uns. Ganz ehrlich - es war das härteste, aber auch erfüllenste und beglückendste Jahr meines Lebens.
Wie hat meine liebste Freundin schon in der Schwangerschaft zu mir gesagt:
Er ist dein Ausgleich.
So wie mich die Große mit ungeahnten Kräften, Energie und Motivation füllte, so bist du der Gegenpol. Ying und Yang. Du holst mich auf den Boden zurück, zwingst mich ruhiger zu werden - meinem Perfektionismus zu entsagen. Und es war nicht einfach für mich. Ist es immer noch nicht. Ich kämpfe immer noch, jeden Tag. Will nicht von meinen hohen Ansprüchen an mich, an mein Leben, meinen Haushalt, mein Wohnen, meine Kreativität lassen. Bin deswegen zu oft gereizt, genervt, ja richtig stinkig.

Ich glaube so viel und so oft wie im letzten Jahr habe ich noch nie geschimpft. Was mir mein Herz bluten lässt wegen dir und deiner Schwester. Denn ihr seit ja nicht Schuld. Nicht im Geringsten. Ihr seit Kinder, die Aufmerksamkeit und Liebe wollen - gesehen werden wollen.

Oh je, wie habe ich im letzten Jahr mit mir gerungen - vieles muss sich neu sortieren, ordnen. Ich muss lernen, sehr viel lernen.
Ich glaube die meiste Zeit im letzten Jahr habe ich mit Stillen verbracht. Auf dem Sofa tagsüber, im Bett nachts. Immer noch ist Milch und meine Nähe das Wichtigste in deiner kleinen Welt. Während deine Schwester schon viel weiter von mir weg war in diesem Alter, willst du am Liebsten nur auf meinem Arm sein. (ich weiß vergleichen ist doof, aber genau das gehört für mich gerade noch zum Lernprozess dazu).

Was habe ich mich gefesselt gefühlt… Vorbei war die Zeit des sauberen Hauses, des aufgeräumten Schreibtisches, der vielen Stunden Strickens und Nähens… Und was war ich wütend darüber. Ich fühlte mich so unnütz, so untätig, so unwert.
Jetzt, wenn ich das schreibe, fühle ich mich traurig. Ich glaube wenn ich etwas von Herzen bereuen werde, immer, dann ist es nicht genüged Zeit für euch beide in eurem ersten Lebensjahr gehabt zu haben. Mich immr getrieben gefühlt zu haben, obwohl mich niemand trieb. Anstatt einfach zu genießen. Das liegt mir nicht im Blut, ich muss das lernen, aber wahrscheinlich werde ich es immer bereuen nicht vor euch gelernt zu haben.

Nach dem ersten sehr intensiven Jahr mit so vielen Tränen von dir, Schmerzen (dein erster Zahn kam wie bei deiner Schwester mit vier Monaten, zwei Tage später der zweite), Klammern, Stillen wurde es ein bisschen besser nachdem du krabbeln konntest. Und dann kam die Verletzung von deinem Papa und wieder wurde alles über Bord geworfen. Immer öfter musste er dich nehmen, saß mit einem bandagierten Knie und dir auf dem Schoß auf dem Sofa während ich viele seiner Aufgaben übernehmen musste.

Seit November arbeitete ich einmal die Woche im Kindergarten, das wurde aber schnell mehr. Zwei Vormittage bist du jetzt bei deinem Papa und ich arbeite. Es tut uns allen gut, aber es heißt auch wieder neue Abläufe und mehr Belastung.
Bald eröffnen wir unsere neue Praxis hier im Ort, vor uns liegen wieder ein paar Wochen Renovierung und Planung. Aber ich weiß wir werden das schaffen, denn das letzte Jahr haben wir ja auch geschafft.
Wir sind jetzt ein Team.

Ich kenne dich jetzt, weiß was für ein wunderbarer kleiner Mensch du bist.
Unfassbar willensstark, kämpferisch, aber auch sehr empfindlich. Körperlich und seelisch. Wenn ich unruhig bin, wirst du es automatisch auch. Mache ich mir zuviele Gedanken, geht es dir nicht gut. Du bist mein Barometer, du zwingst mich mein Spiegelbild anzublicken und zu erkennen.
Du bist mein kleiner Lehrmeister, jeden Tag muss ich mehr lernen ruhiger, entspannter und gelassener zu sein, sonst zeigst du mir schnell deine wütende, wilde Seite.


Du liebst deine große Schwester, willst ihr immer hinterher - mit zehn Monaten und einer Woche bist du ihr auf zwei Beinen hinterher. Seitdem bist du viel zufriedener, glücklicher. Jetzt kannst du dich endlich bewegen, genauso schnell wie wir Großen.
Du bist unermüdlich, läufst, kletterst, rennst - oft wogegen, oft worunter - so viele blaue Flecken an deinen Beinen, an deinem Kopf. Sand in den Hosenaufschlägen und viel zu viele abgerissene Blüten an deinen Händen.
Du singst mit uns, viel und gerne, deine Hände wackeln und du magst gar nicht aufhören. Mama, Papa, Anna, Oma, Wauwau sagst du viel und oft, manchmal Tschüß, nein, ja, Miau. Du liebst es mit deiner Schwester zu kreischen. Ohrenbetäubend und minutenlang. Wenn sie in dem kleinen Rattanstuhl sitzt rennst du zu ihr und legst deinen Kopf auf ihren Bauch und grinst absolut unwiederstehlich.

Manchmal schläfst du jetzt Mittags nach dem Stillen oben im Bett alleine weiter. Nachdem du fast ein Jahr nur schlafen konntest, wenn ich entweder im Schaukelstuhl geschunkelt habe oder du nachst an meiner Brust nuckeln konntest. Noch nie war ich so müde, noch nie hätte ich viel Geld liebendgerne für ein paar Stunden ungestörten Schlafes hergegeben.
Aber wenn du nach einer halben Stunde wach wirst und mich ruft und ich komme so schnell ich kann die Treppen hochgeflitzt und mein kleiner Bub sitzt da mit müden Augen, ganz warm und duftend vom Schlaf, dann quillt mein Herz über vor Glück.

Wie gesegnet bin ich mit zwei solch wunderbaren Kindern.
Was für ein unglaubliches Glück habe ich einen so großartigen, besonderen, intensiven Sohn zu haben. Ich will dir in den nächsten Jahren eine gute Mutter sein, die beste die ich sein kann. Dafür kämpfe ich und ich weiß du wirst mithelfen.



Mein kleiner Mann, mein Nunnimopser, Elch, Knöterkopp (das sind jetzt Insider).
Mein Autofan, Dickfuß, Schreihals, Kuschelkerl, Wasserratte, Bücherwurm, Tragling, Kletterkünstler, Bananenfan.



Mein kleiner Sohn.
Ich liebe dich mit jeder Faser meines Herzens, so innig, das es mich jeden Tag und jede Minute ganz und gar durchdringt.



Alles Liebe zum ersten Geburtstag.

Deine Mami.


















Sonntag, 2. April 2017

April 02, 2017 1

Unser Wochenende: 1. und 2. April 2017

Frühling! Der Garten blüht auf - und wir versuchen die letzten Renovierungen und nötige Gartenarbeiten unter einen Hut zu bekommen.

Wir starten recht entspannt in den Samstag morgen, auch wenn die Nacht wegen den Kindern eher unruhig war. Schon wieder sind beide erkältet und so langsam schlaucht die fast durchgehende Krankheitsphase seit November beide kleinen Menschen sehr.

Nach dem Frühstück geht es sofort in den Garten. Der kleine Mann darf auf den Rücken in die Trage und dann beginne ich mit dem Heckenschnitt. Rings ums Haus müssen Eiben, Heckenkirsche und Buchs beschnitte werden, zusätzlich die große Traubenkirsche mein geliebter Hausbaum.

Wir machen erst recht spät Pause, aber dafür sehr lecker mit Milchreis und Apfel-Pfirsichmus.
Danach gehe ich erst mal eine Runde mit dem Hund und dem Sohn eine Runde raus, während die Tochter den Nachmittag bei der Oma bleiben darf.

Wieder zu Hause geht es weiter. Ein Anhänger voll mit Schnittgut steht schon wegfahrbereit, dahinter ein noch größerer Haufen für eine zweite oder gar dritte Tour. Puh...
Ich merke meinen Rücken und vor allem mein etwas geschundenen Ellbogen sehr und bin froh als es abends ist. Aber so gut wie alles habe ich geschafft! Auch ein tolles Gefühl.

Am Abend bekommen wir dann ziemlich spontan Besuch von einer lieben Freundin. Ich bin dankbar für diese Planänderung, denn so haben wir einen richtig schönen Abend statt der eigentlichen Buchführung die ich mir vorgenommen hatte.
Wir essen Nudelsalat mit Gurke, Zucchini, Kohlrabi und Porree mit Brot und Bärlauchbutter...alles sehr grünlastig, aber sehr lecker.
Wir quatschen lange und kommen erst kurz nach Mitternacht ins Bett.

Nach dem wunderbaren Samstagabend starten wir aber grässlich in den Sonntag. Ich habe circa drei Stunden geschlafen, da die Nase vom kleinen Mann so extrem verstopft war, das er immer und immer wieder schrie. Kein Nasenspray, Nasentropfen oder Absaugen half. Irgendwann war er schon völlig heiser geschrien. Oh je, da blutet mein Herz und so manch Träne vor Mitleid musste ich verdrücken.

Auch beim Frühstück war die Laune von uns daher eher miserabel.
Marcel packte dann irgendwann die Tochter in den Fahrradanhänger und drehte eine ausgiebige Runde mit ihr, während ich den weiter schrecklich weinenden Sohn trug und stillte, trug und stillte...
Irgendwie passierte auch die nächsten Stunden nicht viel anderes.
Am Nachmittag ging ich dann mit beiden Kindern und dem Hund spazieren, was uns allen gut tat.
Erstaunlicher Weise hilft das Rausgehen fast immer...Die Tochter erzählt und erzählt und genießt meine volle Aufmerksamkeit während der kleine Mann im Kinderwagen schläft.
Wir pflücken einen kleinen Strauß für die Großeltern und bringen ihn auf dem Rückweg vorbei.
Danach geht es uns allen so gut, dass wir doch noch einen Großteil der Steinwand verputzen. (Fast) alle zusammen... auf jeden Fall sind die Kinder auch voller Putz und hatten einen Riesenspaß.
Wir machen (schon) wieder Pizza. Das könnte auch eine Sonntagstradition werden...
Teig kneten, Soße rühren und Gemüse schnippeln...

Wir beenden den Tag ganz in Ruhe und gut gelaunt trotz des doofen Startes. Dank der frischen Luft und Sonnenschein.
Der Sohn weint zwar wieder sehr viel und ich vermute eine weitere fast schlaflose Nacht, trotzdem konnte ich ein bisschen Kraft schöpfen und freue mich auf die nächste Woche.






















Mehr Wochenenden in Bildern sammelt Susanne auf ihrem Blog "Geborgen wachsen".

Samstag, 1. April 2017

April 01, 2017 0

April

Im April werde ich:

  • Mit der Renovierung von Wohnzimmer und Esszimmer fertig werden (juchu!)
  • Mich über den Garten und die Tulpenblüte freuen
  • aber auch noch viel im Garten tun: Hecken schneiden, Kompost verteilen, Unkraut zupfen etc
  • den Geburtstag meiner Mama feiern
  • Ostereier färben
  • das Ostergeschenk der Tochter fertignähen
  • Ostern mit unserer Familie feiern
  • das erste Mal seit neun Monaten abends wieder ausgehen

Sonntag, 26. März 2017

März 26, 2017 4

Unser Wochenende: 25. und 26. März 2017

An diesem letzten Wochenende im März kann ich endlich wieder etwas von unserem Wochenende zeigen.
Die gröbsten Renovierungsarbeiten im Wohn- und Esszimmer haben wir geschafft und das wunderbare Wetter hat uns fast ganztägig in den Garten gelockt….

Warme Sonnenstrahlen, Temperaturen über 15°C, Narzissen, erster Grillduft - oh ja, der Frühling ist endlich da!
Der Samstag beginnt schon morgens mit Sonnenschein…wie hell und fröhlich alles wieder wirkt.
Besonders jetzt freue ich mich, dass wir das Meiste an den Umbauaktionen geschafft haben. Der neue Dielenboden liegt, alle Wände und Decken sind gestrichen und die neuen Möbel sind aufgebaut. Jetzt ist ein Ende in Sicht.

Wie immer frühstücken wir am Wochenende lange und ausgiebig. Danach hält mich und Kinder nichts mehr drinnen. Raus an die frische Luft! Wie eröffnen die Sandkastensaison. Die Motti freut sich so riesig, das sie sich im Sand wälzt und immer wieder betont:
"So schönes Wetter, Mama, so schönes Wetter!"
Auch der kleine Mann ist sichtlich begeistert und erforscht den Sandkasten ganz ausgiebig. Wie herrlich. Ich sitze lange einfach nur daneben und schaue zu.

Am letzten Wochenende habe ich mich endlich getraut den Sohnemann auf dem Rücken zu tragen. Und habe mir damit wahrscheinlich die gute Laune für die nächsten Wochen gesichert. Den so kann ich den knapp 11Kilo Kerl super gut und lange tragen - und der Gartenarbeit steht somit nichts mehr im Wege.
Wir beginnen mit dem Einpflanzen einiger Frühjahrsblüher. Motti hilft eifrig mit. Ich bin begeistert wie gut eine Dreijährige schon beim Buddeln und Gießen helfen kann. Außerdem schneiden wir Unmengen an Stauden zurück und schleppen alles auf den Anhänger.

Nach einer kurzen Mittagspause mit viel Brot (merke: Frische Luft und Bewegung macht Riesenhunger) machen wir mit meinen Eltern und meiner Schwester eine sehr ausgedehnte Hunderunde. Nach über zwei Stunden kommen wir zu Hause an. Der Mann, der den ganzen Tag an den Balken für den Durchgang zwischen Esszimmer und Wohnzimmer gearbeitet hat, passt kurz auf die Kinder auf während ich nur eine schnelle Pizza belege und in den Ofen schiebe.
Die beiden Kleinen schlafen bereits um halb acht wie ein Stein und wir Großen sitzen mit schmerzenden Muskeln, aber sehr zufrieden platt vor dem Fernseher.

Am Sonntag brechen Marcel und Motti zu einem gemeinsamen Ausflug auf. Eigentlich wäre ich gerne mitgekommen, aber die Nacht war wieder sehr unruhig mit stündlichem Stillen. Ich beschließe lieber zu Hause zu bleiben.
Tatsächlich vertrödeln der kleine Mann und ich den Vormittag nach einem ersten nebligen Hundespaziergang.
Ich lese und stricke während der Sohn durchs Wohnzimmer krabbelt und mit allem spielt ohne von der Schwester gestört zu werden.
Zum Schlafen wandert er über Mittag aber wieder auf meinen Rücken und ich arbeite im Garten weiter.
Ich bin wirklich so froh über diese Möglichkeit! Nach wie vor schläft der kleine Mann vor allem auf mir - so komme ich aber wieder zu Etwas…
Am Nachmittag kommen die anderen Beiden wieder. Die sehr aufgekratzte Tochter will wieder nur eins: In den Sandkasten. Also überlasse ich die beiden Kleinen wieder meinem Mann und setze noch fix alle fünfundzwanzig selbst vorgezogenen Alliumzwiebeln ins Beet. Uff, das wird morgen einen Muskelkater geben!

Nach der restlichen Pizza geht's für alle in die warme Badewanne den Dreck des Tages davonspülen.
Wir ziehen die Abendrituale etwas in die Länge und die Taktik geht auf: Trotz der Zeitumstellung schlafen beide Kinder. Na gut: Auch knapp eine Stunde später als sonst:)
Egal, wir werden den restlichen Abend wohl wieder vor dem Fernseher verbringen. Obwohl mich die Buchführung und Kassenabrechnung der Praxis auf dem Schreibtisch mahnt, Wäsche gewaschen werden müsste und das Ostergeschenk für Motti vorbereitet… warum bin ich nach den ersten Gartenarbeiten eigentlich immer so fertig? Oh je oh je… selbst die Stricknadeln werden heute Abend liegen bleiben müssen.
Aber einen Tee werde ich mit meinem Liebsten noch trinken und gemeinsam ein bisschen die nächste Woche planen.





















Mehr Wochenenden in Bildern sammelt Susanne auf ihrem Blog "Geborgen wachsen".



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