Samstag, 5. November 2016

Wie ist es denn so ... mit der Kindergarten-Eingewöhnung?

Wenig verändert das Leben so wie ein Kind. Nun mit dem zweiten Kind sind die Veränderungen nicht mehr so stark zu spüren wie beim ersten Kind. Wird man zum ersten Mal Mutter oder Vater bricht die riesige Verantwortung, der Schlafmangel und die starken Gefühle nur so über einen herein.
Unser Bekannten- und Freundeskreis ist stark gemischt, allein schon aufgrund unseres großen Altersunterschiedes. Daher haben wir viel Kontakt mit kinderlosen und kinderreichen Familien. Viele Fragen tauchen immer wieder auf, ein Grund für mich diese auch hier zu thematisieren.

Wie ist es denn so mit der Kindergarten-Eingewöhnung?

Vier Tage Kindergarten liegen jetzt hinter uns. Und allen meinen Bedenken zum Trotz läuft es richtig gut. (Bisher: Ahhh, so richtig entspannt bin ich noch nicht...)

Warum denn Kindergarten wenn ich für den kleinen Mann doch eh noch drei Jahre zu Hause bin?
Die Frage stellte ich mir oft.
Und ist nicht kindergartenfrei für uns auch eine Möglichkeit?
Die Motte spricht bisher nur sehr wenig: Kommt sie denn klar?
Passt unser sehr "freier Erziehungsstil" zu dieser Einrichtung?
Ich kann gar nicht alles aufzählen was mich so beschäftigt hat.

Dann aber kam unsere schwierigste Zeit: Mittagschlaf weg, Kind dauerübermüdet. Baby zahnt mit viel Schreien, nie ablegen lassen und teilweise ordentlich Fieber. Dazu die ein oder andere Erkältung, Chaos bei meinen Eltern...
Ich schrieb in diesem Post darüber wie schrecklich es mir mit der Situation ging.
Da wirkte die Aussicht auf den Kindergarten plötzlich wie ein heller Streifen am Horizont. Ich sah ja schon länger wie meine Motte seit Monaten mit ihrer erst hochschwangeren Mutter und später mit dem kleinen Mann zu Hause unterfordert war.
Und wenn sie jemand auf das Thema Kindergarten ansprach konnte sie ziemlich deutlich zu verstehen geben, dass SIE unbedingt dorthin will.

Also starteten wir am Dienstag die "Eingewöhnung".
Ich schreib das jetzt absichtlich in Anführungszeichen: denn Eingewöhnung trifft es nicht so wirklich.
Dienstag war ich eine Stunde mit ihr und dem kleinen Mann in ihrer Gruppe.
Weggehen wollte sie dann eigentlich nicht, ließ sich aber darauf ein mit dem Versprechen morgen wiederkommen zu dürfen.

Mittwoch winkte sie mir dann beim Betreten des Gruppenraumes schon zu. Die Erzieherin fragte uns beide ob es in Ordnung ist wenn ich heute im Flur einen Kaffee trinken könnte.
Motte sagt ja und Mutter zieht etwas überrascht mit Baby und einer großen Tasse Kaffee in den Flur.
Nach zwei Stunden kommt eine völlig begeisterte Erzieherin in den Flur, berichtet mir von Mottes Aktivitäten und wie interessiert sie sei. Wir könnten jetzt nach Hause fahren und ob ich morgen nicht versuchen will sie alleine hier zu lassen? Äh, ja, wir besprechen das mal.

Dann das wieder sehr unwillige Kind mit nach Hause nehmen und fragen:
"Du, ist es ok für dich, wenn Mama und Baby morgen nach Hause fahren und du bei Erzieherin1 und Erzieherin2 mit den anderen Kindern bleibst und spielst? Mama holt dich dann ab."
"Ja, Mama."
So viel dazu. Das ich noch sechsmal gefragt habe, verschweige ich wohl besser?

Donnerstag also zwei Stunden Kindergarten, Freitag drei Stunden.
Montag beginnen wir wieder mit drei Stunden wegen des Wochenendes. Am Dienstag wird es dann wohl aber schon die volle Stundenzahl werden (vier Stunden).

Es läuft also.
Klar, manch Mutter oder Vater, die eine schwierige Eingewöhnung hinter sich hatten oder haben, werden sich jetzt fragen: Was beschwert die sich denn?
Ich will mich nicht beschweren: muss aber ehrlich zugeben, dass mir das Loslassen schwerer fällt als meiner taffen, offenen Tochter.
Ich bin gerade bemüht den Augenblick zu genießen: Wer weiß ob es so bleibt? 
Wenn, dann haben wir wohl einen richtigen Glücksgriff gemacht.

Wie hat es bei euch mit der Eingewöhnung geklappt? Oder lebt ihr "kindergartenfrei"?

Brocken Harz

Hagebuttenstrauch



Kommentare :

  1. Hallo Bianca,
    siehst du, dass meinte ich mit völlig problemlos. Der Sohn hat nie geschlafen und ist in den Kindergarten marschiert und ich mit. Nach 5 Minuten kam er her und teilte mir mit, dass ich nun zur Schwester gehen könnte (die ich vorsichtshalber zur Oma gebracht habe)und er hier mit dem Bagger spielen würde. Ich bin nach Hause und den ganzen Tag ums Telefon geschlichen - Kein Anruf!!! Der Sohn und auch später die Tochter gingen jeden Tag gerne in den Kindergarten und es gab nie ein Weinen oder Trödeln. Und im Nachhinein kann ich sagen, was für ein Glück! Aber damals fand ich es etwas befremdlich! Und auch heute noch mach' ich mir mehr Gedanken als die Kids.
    LG zu Dir
    Manu

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  2. Ein liebes Mutterherz hängt immer am Kind, ist es nicht so.?
    Mach dir nicht zu viele Gedanken.
    Kindergartenstart und Schulbeginn , sind wichtige Lebensabschnitte .Und es folgen noch mehr .Wenn du so fühlst , so merkt man wie wichtig dir die Kleinen sind. Ich kenne dass.
    VG

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    1. Danke dir! Das mit dem "nicht so viele Gedanken machen" ist ein guter Ansatz;-) Den genau daran habert es immer bei mir...
      Liebe Grüße zurück

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